Einziger Landeslehrpreis für Studentisches Engagement geht an Diederik Ornée

Mit neuen Konzepten Studierende und Dozenten zusammenge-bracht

„Ach wäre doch nur jede schlaflose Nacht so schön wie die Lange Nacht der Kammermusik an der Hochschule für Musik in Trossingen.“ Mit dieser Einleitung beschrieb die Lokalpresse eines der außergewöhnlichen Projekte, die vom Trossinger Studenten Diederik Ornée ins Leben gerufen wurden. Für sein hervorragendes Engagement erhält der gebürtige Niederländer im Rahmen der Landeslehrpreisverleihung den Sonderpreis für Studierende in Höhe von 5.000 Euro.

Wie können sich Studierende gegenseitig fördern und unterstützen? Welche Maßnahmen sind geeignet, um von Studierenden selber initiiert und erfolg-reich umgesetzt zu werden? Wo herrscht Bedarf? Und was kann ich ganz konkret für meine Mitstudierenden tun? Diese Fragen hat sich Diederik Ornée gestellt und mit großem Engagement beantwortet. Innerhalb von drei Jahren entwickelte er Maßnahmen und Strukturen, die unmittelbar dem Studienangebot aller Fachbereiche seiner Hochschule in Trossingen zugute kamen.

Wöchentliche Bühnenerfahrung

Musik studieren heißt für viele: üben, üben, üben. Mehrere Stunden am Tag feilen die jungen Musiker der Musikhochschule Trossingen an ihrer Technik und ihrem musikalischen Ausdruck. „Selbstverständlich ist dies ein sehr wichtiger Aspekt des Studiums. Nicht weniger wichtig ist für uns aber das Üben des öffentlichen Vortrags, der noch einmal neue Erfahrungen mit sich bringt“, beschreibt Ornée die Anforderungen an die Musiker. „Beim Vorspiel auf einer Bühne vor Publikum sind Konzentrationsfähigkeit und eine ganz eigene Mentalität gefordert, die auch erst erlernt werden müssen“. Um den Studierenden Möglichkeiten zu bieten, einerseits Bühnenerfahrung zu sammeln und andererseits die Lust am gemeinsamen Musizieren zu fördern, entwickelte Ornée das Konzept eines wöchentlich stattfindenden Studen-tenpodiums: Jeden Dienstag treffen sich um acht Uhr abends die Studieren-den zum gemeinsamen Konzert. Hier kann aus allen Studiengängen jeder vorspielen. Dabei kümmert sich Ornée um die gesamte Organisation – vom Aushang der Listen, in die sich die Studierenden eintragen, bis zum Aufstellen der Regeln, die für die Teilnehmer gelten. „Das Studentenpodium ist eine sehr wichtige Hilfe für uns Studenten. Man kann große Fortschritte machen und den Kampf gegen das Lampenfieber gewinnen“, freut sich Ornées Kommilitone Pantelis Keramidis.

Musik bis tief in die Nacht

Mit den internen Auftritten war es für den engagierten Niederländer aber noch nicht getan und spontan griff er eine Idee des Pianisten Dieter Sum auf: „Ich hatte Diederik Ornée gegenüber geäußert, dass es schön wäre, wenn sich die Studierenden außerhalb vom Prüfungsstress einmal mit den Professoren zum Musikmachen treffen würden, und sei es mitten in der Nacht.“ Gesagt, getan. Bereits zum dritten Mal hintereinander fand in diesem Semester die Lange Nacht der Kammermusik statt, die Diederik Ornée gemeinsam mit Dieter Sum und der Unterstützung der Hochschule organisiert. Studierende und Dozenten musizieren hier miteinander bis zwei Uhr morgens in verschiedenen Räumen vor vollen Zuschauerrängen mit begeisterten Zuhörern, die meist aus Trossingen kommen und das abwechslungsreiche Programm genießen.

Darüber hinaus kümmert sich der junge Niederländer auch um seine aus-ländischen Kommilitonen. „Da ich selbst aus einem anderen Land komme, kenne ich die Probleme, die man mit Anträgen und Bestimmungen in Deutschland haben kann“, erläutert Ornée. Daher steht er über viele Semester seinen ausländischen Mitstudierenden beratend zur Seite und betreut sie insbesondere, wenn sie gerade neu an die Hochschule kommen.


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