"Harmonie und Chaos" – am 07. Dezember viel Experimentelles beim LZ-Festival

Der Donnerstagabend, 07. Dezember, steht ab 21 Uhr in der Kleinen Aula unter dem Motto „Harmonie und Chaos“: Im Konzert des Berlin-Kreuzberger Ensembles FOC verschmelzen präpariertes Klavier und effektgeladener E-Bass in Live-Granularsynthese und entstehen als hybride Reflexion von Mensch und Maschine wieder. Im Anschluss präsentieren die Teilnehmer des Workshops „Vom Ton zum Geräusch zum Ton“ wiederum die Ergebnisse ihrer Arbeit. Am Nachmittag sind weitere Aufführungen zu erleben: Die interaktive Performance „Orakel“ mit der Posaunistin Prof. Abbie Conant, Prof. Dr. Barbara Lüneburg und Studierenden in der Kleinen Aula um 14.00 Uhr und 17.30 Uhr sowie eine faszinierende „Technosensing“-Performance mit dem Darmstädter Duo Jan Claas van Treeck und Jens Rosenfeld, bei der man um 16.30 Uhr in der Aula den unhörbaren Sound der Technik hören kann.

Das Abendkonzert um 21 Uhr wird bestritten aus dem kreativen Herz Berlins, dem Bezirk Kreuzberg heraus vom Ensemble FOC als ein Instrumenten- und Klangexperiment, als eine Reise in das musikalisch Unbekannte. Das Ensemble besteht aus Frank Zerban, der für die digitale Komponente, nämlich die Granular Synthese verantwortlich ist, aus dem Pianisten Olaf Taranczewski, der seit diesem Semester als Professor für Producing mit Schwerpunkt Jazz-Pop in Trossingen lehrt, sowie aus Chris Ross, der behandelten E-Bass und Synthesizer spielt. Die drei Interpreten wollen in ihrer Performance die Zuhörer an die Hand nehemn und eine Reihe musikalischer Kontraste aufzeigen: Einheit und Division, Licht und Schatten, Spannung und Freigabe, Harmonie und Chaos. Ein klassisch und perkussiv gespieltes präpariertes Klavier steht dem effektgeladenen Rock-Bass gegenüber. Die Instrumente verschwinden und verschmelzen in Live-Granularsynthese und entstehen neu interpretiert wieder. Diese Zusammensetzungen, Prozesse und Experimente erzeugen eine sich ständig verändernde hybride Reflexion von Mensch und Maschine.

Der zweite Teil des Konzerts steht unter der Überschrift „Vom Ton zum Geräusch zum Ton“. Studierende präsentieren Ergebnisse des vorangegangenen Workshops, dessen Ziel es war, klassische Instrumentalisten und Sänger mit Pop/Jazz-Musikern und Musikdesignern zusammen bringen, sie womöglich auch die Rollen tauschen lassen. Im Mittelpunkt steht die Improvisation und deren Transformation durch Live-Sampling. Die unabhängige Modifikation von Tonhöhe und Abspielgeschwindigkeit einzelner Geräusche und Töne dient als Grundlage zur Erstellung von granularen Wolken. Mithilfe von analoger Klangformung werden die harmonischen Anteile heraus geschält und moduliert. Auf diese Klänge können die Instrumentalisten wiederum spielerisch eingehen und Spiegel des Spiegels sein. Ein Workshop zur Grenzerfahrung zwischen Geräusch und Musik.

 

Am Nachmittag:

„ORAKEL“ um 14 und 17.30 Uhr in der Kleinen Aula ist eine interaktive Performance mit Publikumspartizipation: sechs Posaunist/innen improvisieren über Live-Elektronik zusammen mit vier Laptopmusikern des TROLL-Laptopensembles. Dabei werden Fragen zur Zukunft aus dem Publikum vom „ORAKEL“ musikalisch beantwortet. Die künstlerischen Projektleiterinnen Prof. Abbie Conant und Prof. Dr. Barbara Lüneburg beschreiben die idee: „Wir nehmen das Publikum mit auf eine Reise in eine dritte Dimension des Hörens, Denkens und Erfahren. Stellen Sie uns Ihre Fragen, und wir deuten für Sie Ihre Zukunft.“

„CIRCUITNOISE“ um 16.30 Uhr in der Kleinen Aula ist eine faszinierende Technosensing-Performance mit dem Darmstädter Duo Jan Claas van Treeck und Jens Rosenfeld. Beim „Technosensing“ geht es darum, dass wir Menschen visuell leere Räume für tatsächlich leer halten, obwohl die alltägliche Umgebung angefüllt ist mit Wellen und Feldern, unsichtbare Auren und Strömen unserer technologischen Umwelten. Brauchen wir also vielleicht neuen körperlichen Sinnen für technische Vorgänge? Wie können Menschen „Technosenses“ wachsen, ohne dass man sich gleich Sensoren implantieren lassen muss? Bei „CIRCUITNOISE“ wird vermeintlich Unsichtbares und Lautloses hör- und spürbar.

Eintritt frei. Weitere Informationen zum Festival unter www.landeszentrum.de


MH Trossingen