"musik AN|AUS stellung" – Roter Faden durch das Landeszentrums-Festivals 02.-08. Dezember

Wie wird, wie muss die deutsche Musikhochschule aussehen, wenn die Digitalisierung weiterhin dermaßen rasant fortschreitet? Wie wird Musik dann komponiert, produziert, vermarktet, gehört? Um welche Art von Musik handelt es sich dann überhaupt? Einige der Wetten auf die Zukunft, die im neuen Landeszentrum Musik-Design-Performance an der Musikhochschule Trossingen abgeschlossen werden, sind in der „musik AN|AUS stellung“ zu sehen.

Musik ausstellen statt aufführen – heißt das nicht, sie auf AUS zu stellen? Gemessen am gewöhnlichen Begriff von musikalischer Aufführung ist Musik in Vitrinen und auf Gipssockeln tot. Musik hin- und aus-stellen, das ist aber zugleich der Moment, in dem die BetrachterInnen sich AN stellen und selbst aktiv werden können. Manche musikalischen Exponate können die BetrachterInnen in ihrer selbstgewählten Betrachtungsrichtung und in selbstgewählter Zeitstruktur erfahren und damit aktiv nicht nur in ihre Erfahrung, sondern in die musikalische Faktur selbst eingreifen. Andere Exponate klingen oder schweigen ruhig vor sich hin, bis sie in besonderen Performances zum Leben erwachen. Bei wieder anderen der über 20 Exponate, die über den gesamten Hochschulcampus verteilt sind, ist die Interaktivität vermittelt durch Algorithmen. Die „musik AN|AUS stellung“ lotet aus, was geschieht, wenn Musik im eigentlichen Wortsinn ins Netz gestellt oder selbst zum klingenden Netz wird: zum Netz zwischen physischen und digitalen Aktivitäten, zwischen technischen und humanen Dingen.

Die „musik AN|AUS stellung“ ist Teil des Eröffnungsfestivals des Landeszentrums der Musikhochschule Trossingen vom 2.-8.12.2017. Täglich geöffnet bei freiem Eintritt. Öffnungszeiten und Termine für Performances und Kinderprogramm an den Exponaten siehe unter www.landeszentrum.de.

Flankierend zur Ausstellung findet am Donnerstag 7.12. von 11-13 Uhr die Podiumsdiskussion „Medienarchive in der digitalen Ära“ statt. Digitale interaktive Klangkunst, wie sie in der Ausstellung zu sehen/hören ist, wirft völlig neue Fragen der Speicherung und Archivierung auf. In klassische Archive, Biblio-, Audio- und Videotheken fügt sie sich kaum ein. Einer Keynote von Prof. Dr. Wolfgang Ernst (Medienwissenschaft, HU Berlin) folgt ein Podium; es diskutieren Dr. habil. Rainer Bayreuther (Musikwissenschaft, MH Trossingen), Dr. Joachim Goßmann (Tontechniker und Medientheoretiker, MH Trossingen), Dr. Tim Otto Roth (Medienkünstler, Oppenau) und Prof. Dr. Oliver Ruf (Medienwissenschaft, HFU Furtwangen).


MH Trossingen