Trossinger Rektorin Prof. Elisabeth Gutjahr wird Rektorin des Mozarteum Salzburg

Der Universitätsrat des Mozarteum hat am 24. Juli aus dem Dreiervorschlag des Senates einstimmig Prof. Elisabeth Gutjahr zur Rektorin der Universität Mozarteum Salzburg, einer der international renommiertesten und traditionsreichsten künstlerischen Ausbildungsstätten, gewählt. "Die neue Aufgabe bedeutet beruflich eine ausgesprochen reizvolle Herausforderung, der ich mich gerne stellen möchte", freut sich die Trossinger Rektorin, die im Frühjahr aus Salzburg angefragt worden war, ob sie Interesse an dem Amt habe. Seit 2006 ist die Rhythmikprofessorin mit Schwerpunkt Bewegungstheater und Neue Musik in mittlerweile zweiter Amtszeit Rektorin der Staatlichen Hochschule für Musik Trossingen.

Der österreichische Wissenschaftsminister Harald Mahrer in einer Pressemitteilung zu ihrer Wahl: "Mit Elisabeth Gutjahr steht künftig eine Persönlichkeit an der Spitze des Mozarteum, die über große Erfahrung in Lehre, Kunst und Management verfügt. Sie hat das fachliche und persönliche Rüstzeug, um diese renommierte Kunstuniversität langfristig weiter zu entwickeln. Durch ihren bisherigen Werdegang kennt sie sowohl die Anforderungen von Kulturschaffenden als auch die Herausforderungen eines Hochschulbetriebes.“ Der Minister zeigt sich überzeugt, dass die neue Rektorin gemeinsam mit ihrem Team und allen Akteuren am Standort die positive Ausrichtung des Mozarteum weiter vorantreiben könne.

Das Mozarteum Salzburg genießt den Ruf als eine der international renommiertesten und traditionsreichsten künstlerischen Ausbildungsstätten. In 40 künstlerischen und pädagogischen Studienrichtungen aus den Bereichen Musik, Darstellende und Bildende Kunst studieren etwa 1.700 junge Künstler aus aller Welt, 500 Lehrende geben ihr Wissen und ihre Kunst weiter. Der Zeitpunkt ihres Amtsantritts steht noch nicht fest. Zunächst wird Prof. Elisabeth Gutjahr u.a. noch das Eröffnungsfestival des Trossinger Landeszentrums MUSIK–DESIGN–PERFORMANCE Anfang Dezember gemeinsam mit dem hiesigen Kollegium vorbereiten und durchführen.

Rektorin seit 2006
Seit 2006 ist die Professorin für Rhythmik als Nachfolgerin Prof. Jürgen Weimers Rektorin der Staatlichen Hochschule für Musik Trossingen. In dieser Zeit hat sie es verstanden, die Hochschule auf einzigartige Weise im Kultur- und Bildungsleben der Region zu verankern. Als Mitinitiatorin des innovativen „Next-Generation“-Festivals der Donaueschinger Musiktage etablierte sie eine nachhaltige Verbindung und intensiven Austausch mit dem ältesten Festival für Neue Musik, sie fand dort im Museum Biedermann, heute Museum Art.Plus, einen stets experimentierfreudigen Partner, und die noch unter ihrem Vorgänger ins Leben gerufene Musikakademie Villingen-Schwenningen entwickelte sich zu einem Erfolgsmodell musikalischer Bildung für alle. Die Opernfestspiele im Wasserschloss Glatt 2008 gaben interdisziplinäre Impulse und fanden ihre Fortsetzung 2014 in der innovativen Figaro-Inszenierung an ungewöhnlichen Spielstätten. Mit der erfolgreichen Entwicklung und Etablierung des Studiengangs Musikdesign gemeinsam mit der Hochschule Furtwangen seit 2010, der Einwerbung erheblicher Drittmittel v.a. zur Stärkung der Medienkompetenz und der Gründung des Landeszentrums MUSIK–DESIGN–PERFORMANCE 2016 machte sich Trossingen einen Namen als „Musikhochschule 4.0“.

Struktur- und Standortdiskussion 2013/14
Die erfolgreiche Akkreditierung aller Bachelor- und Masterstudiengänge ohne Auflagen 2013 war ein bedeutender Meilenstein. Aus der Struktur- und Standortdiskussion 2013/14 um die baden-württembergischen Musikhochschulen ging die Hochschule in beeindruckendem Schulterschluss mit Kultur- und Bildungsinstitutionen sowie der Wirtschaft der ganzen Region nicht nur gestärkt hervor, sondern hat den Fragen nach Standorten, Strukturen und Inhalten in konstruktiven Zukunftskonferenzen wichtige Impulse gegeben. Elisabeth Gutjahr ist seit 2015 stellvertretende Vorsitzende im Ausschuss für Musikalische Bildung im Deutschen Musikrat und seit 2016 Vertreterin der deutschen Musikhochschulen im AEC Council. Die AEC vertritt rund 300 Mitgliedsinstitutionen und gilt bildungspolitisch als führende Stimme für die höhere Musikausbildung in Europa.

Brückenbauer zwischen Musiktradition und digitalisierter Welt
Die Trossinger Hochschule versteht sich mit ihrem interdisziplinären Landeszentrum MUSIK–DESIGN–PERFORMANCE nicht nur als Brückenbauer zwischen der Musiktradition und einer zunehmend digitalisierten Welt, sondern positioniert sich auch ganz bewusst im künstlerisch-produktiven Spannungsfeld von regionaler Verwurzelung (Hochschule Furtwangen, Universität Konstanz, Filmakademie Ludwigsburg) und der Kooperation mit international renommierten Institutionen wie IRCAM in Paris, Tongji-Universität Schanghai und GMEM in Marseille. Mit dem Eröffnungsfestival des Landeszentrums, dass die gesamten Hochschulcommunity gemeinsam mit den Partnern vom 02. bis 08. Dezember 2017 feiert, wird die ertragreiche Ära der Rektorin Elisabeth Gutjahr voraussichtlich ihren Abschluss finden.


MH Trossingen