B. Braun Preis für Soziale Innovationen - Musikdesigner Andreas Brand ausgezeichnet

Praktisch angewendet wird das barrierefreie Musizieren in der Lebenshilfe in Tuttlingen. Antje Bostelmann von der Klax Gruppe aus Berlin hielt die Laudatio. Sie sei sofort sehr begeistert gewesen, da durch diese gute Idee scheinbar Unmögliches möglich gemacht werde. Mit dem Preisgeld will Andreas Brand Folgeprojekte in der Lebenshilfe Tuttlingen finanzieren. Aber auch eine Übertragung auf andere Gesellschaftsbereiche wie der Altenpflege sei vorstellbar. Der kurze Film, der Teil des Preises ist, zauberte bei den Gästen ein Lächeln auf das Gesicht, denn die Begeisterung für das Musizieren war offensichtlich und sprang über.

Der gemeinsam von der B. Braun-Sparte Aesculap in Tuttlingen und der Zeppelin Universität Friedrichshafen ausgerichtete Wettbewerb richtete sich an Initiativen, die gesellschaftlichen Problemen auf eine übergreifende und neue Weise wirksam begegnen. Insgesamt hatten sich 89 Initiativen aus dem südlichen Baden-Württemberg und darüber hinaus beworben, zehn davon haben im Finale ihre Projekte vor der Jury präsentiert. Zur Preisverleihung am 28. April im Aesculapium Tuttlingen waren alle Bewerberinnen und Bewerber eingeladen. Neben Andreas Brand sind zwei weitere Gesellschaftsgestalter mit Zweiten B. Braun Preis für Soziale Innovationen ausgezeichnet worden.

Die Leitfrage des Preises lautet: „Wo steht das soziale Engagement unserer Gesellschaft wirklich?“ Der heutige Abend, so Prof. Hanns-Peter Knaebel, liefere den lebendigen Beweis für das Engagement und den Ideenreichtum in unserer Gesellschaft und „dieses außergewöhnliche soziale Engagement ist der Kitt, der uns zusammenhält“. Sein Fazit: Exzellente Projekte, unfassbares Engagement, alles Gewinner und insbesondere die Gesellschaft – mit allerdings nur drei Preisträgern. Auch Prof. Insa Sjurts von der  Zeppelin Universität zeigte sich begeistert von den Projekten und der Kombination von Innovation und gesellschaftlicher Verantwortung.

Durch das abwechslungsreiche und kurzweilige Programm führte Tobias Bücklein, übrigens ebenso wie der erste Preisträger Alumnus der Trossinger Musikhochschule, wo er Schulmusik sowie Chor- und Orchesterleitung studiert hatte. Zu jedem der drei Preise gab es einen Kurzfilm über die Initiative und die Laudatio eines Jurymitglieds.

Den zweiten Preis mit 7.500 € errang die „Youth-Life-Line“ vom Arbeitskreis Leben e.V. in Reutlingen/Tübingen. Dabei handelt es sich um eine Online-Beratung für suizidgefährdete Jugendliche, die von engagierten Jugendlichen mitgestaltet und von ausgebildeten Pädagogen betreut und geführt wird. Dr. Berthold Broll von der Stiftung Liebenau lobte in seiner Laudatio den Innovationscharakter und die Wirksamkeit dieser Initiative.

Den dritten Preis und 5.000 € erhielt die ARCHE IntensivKinder gGmbH aus Kusterdingen-Mähringen, die schwerkranke, dauerhaft beatmete Kinder intensiv betreut und für sie ein familiäres Umfeld mit Zuwendung und Geborgenheit schafft. Die Laudatorin, Stephanie Prinzessin von Baden, zeigte sich vor allem beeindruckt von dem Unternehmergeist der Initiatorinnen. Sabine Vaihinger und Christiane Miarka-Mauthe nahmen den Preis entgegen. Zu ihrer Motivation sagten sie: „Jeder Mensch und jedes Kind hat ein Recht auf ein schön gestaltetes Leben und das versuchen wir, hier umzusetzen“. Der bewegende Kurzfilm gab einen Einblick in die wertvolle Arbeit der ARCHE.
Alle Projekte der Finalisten wurden gewürdigt und im Foyer präsentiert.

Die Jury bestand aus Thomas Albiez von der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg, I.K.H. Stephanie Prinzessin von Baden, dem Tuttlinger Oberbürgermeister Michael Beck, Antje Bostelmann von der Klax-Gruppe, Dr. Berthold Broll von der Stiftung Liebenau, Volker Kauder MdB sowie Prof. Dr. Hanns-Peter Knaebel und Prof. Dr. Insa Sjurts.