Crossover am 24. Juni: "Sinfonietta meets Musikdesign"

Oft begegnen sich im musikalischen Alltag akustische und elektronische Klangerzeugung. Im unmittelbaren Aufeinandertreffen dieser angeblichen Gegensätze stellt sich dann die Frage: „Wozu ist die eine imstande, wozu die andere – und was kann nur eine der beiden erreichen?“

Doch häufig entstehen die spannendsten Werke erst dann, wenn die beiden Welten vereint werden, sich gegenseitig ergänzen und befruchten. „Sinfonietta meets Musikdesign“ versucht genau dies. Während der Studiengang Musikdesign vor allem für auf elektronischem Wege entstandene Klangkunst bekannt ist, zeichnet sich das Ensemble Sinfonietta unter der Leitung von Sven Thomas Kiebler durch die gekonnte Aufführung hauptsächlich akustischer Stücke aus. Das im Verlaufe des Abends entstehende Klangmaterial wird dabei als verbindendes Element von der Live-Coding-Combo kombiniert und in spannungsgeladener Experimentierfreude weiterverarbeitet.

Der Musikdesigner Ron Freyenschlag erläutert: „‘Sinfonietta meets Musikdesign‘ beschäftigt sich besonders mit der Herangehensweise vorwiegend elektronischer Musiker in Bezug auf traditionelle Komposition. Die Auswahl der Werke reicht dabei von Reinterpretationen bekannter Stücke von Robert Schumann und Erik Satie bis hin zu Übersetzungen dahingehend bisher unbeleuchteter Soundsphären für Ensembleinstrumente.“

So werden beispielsweise in Grischa Kursawes ‚This morning 2‘ Klavierklänge resynthetisiert, Jan Wegmann setzt im ‚Lied von der Geometrie‘ Nora Gomringers Poesie in musikalischen Kontext und Ron Freyenschlags ‚Controversation‘ bildet in einem halbstündigen DJ-Set Ästhetik sowie Dramaturgie verschiedener Genres elektronischer Popularmusik rein akustisch nach. Letzteres wird zur Stärkung einer Club-Atmosphäre mit Live-Visuals von Jan Freymann untermalt. Bemerkenswert ist auch, dass die inzwischen sehr etablierte Klangwelt von Peter Breitenbach sich in komplett neuem Licht zeigt: In Zusammenarbeit mit Jonas Schüle wurde das hauptsächlich aus mit Induktionsmikrofonen eingefangenem Signal und dessen Rückkoppelung gestaltete Stück ‚50 Hz‘ als Instrumentalmusik rekonstruiert.

Die Beteiligten sind überzeugt, einen Abend auf die Bühne zu bringen, der mit all seinen Eigenheiten eine gelungene Ergänzung zum üblichen regionalen Konzertbetrieb bieten dürfte.

Der Eintritt ist frei

Der Studiengang Musikdesign ist ein gemeinsamer Studiengang der Staatlichen Hochschule für Musik und der Hochschule Furtwangen University, Fachbereich Digitale Medien.