Donaueschinger Musiktage mit Werk des Trossinger Kompositions-Dozenten Luís Antunes Pena

Zum Arbeitsfeld des portugiesischen Komponisten Luís Antunes Pena gehört eine ausgefeilte Elektronik. Mit dem ensemble mosaik verbindet ihn auch deshalb eine langjährige Zusammenarbeit. Gleichwohl findet er in seinem neuen Stück "νομάς (nomás)" für die Donauschinger Musiktage auch ganz konkrete Anhaltspunkte im politischen Gemengelage der Gegenwart. Im Gespräch mit Björn Gottstein erklärt er, was das Rauschen, das Nomadentum und Yanis Varoufakis mit seinem Stück zu tun haben.

Interview mit Festival-Leiter Björn Gottstein

Programm des Konzerts mit dem ensemble mosaik

Luís Antunes Pena schreibt über "νομάς (nomás)"

Luís Antunes Pena wurde 1973 in Lissabon geboren. Er studierte zuerst Komposition und Elektronische Musik bei António Pinho Vargas an der Musikhochschule in Lissabon und später mit Nicolaus A. Huber, Dirk Reith und Günter Steinke an der Folkwang-Hochschule in Essen. Er besuchte außerdem Kompositionskurse von Emmanuel Nunes und Gérard Grisey in Lissabon und Paris. Noch während des Studiums gründete er zusammen mit Diana Ferreira und João Miguel Pais das internationale Festival für aktuelle Musik – Jornadas Nova Música – Aveiro (1995-2000). Seit 1999 ist er in Deutschland verwurzelt. Der Fokus seiner Arbeit liegt auf der Suche nach einer Musik, die auf der instrumentalen und elektronischen Resynthese von Rauschen und Alltagsklängen basiert. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Arbeit mit Konzepten um das Rauschen und den Rhythmus als Puls. Seine Musik wurde von Künstlern wie David Cronenberg oder Mircea Cantor beeinflusst. Seine Werke wurden von Institutionen wie der Gulbenkian-Stiftung, dem ZKM Karlsruhe, der Philharmonie Essen, dem Deutschen Musikrat, dem Deutschlandfunk, dem WDR, der Casa da Música Porto, dem Auswärtigen Amt, den Kasseler Musiktagen, der Christoph Delz Stiftung, dem SWR oder der Kulturstiftung Cottbus in Form von Kompositionsaufträgen und Umsetzung von Projekten unterstützt. Er unterrichtete elektronische Musik und Analyse an der Hochschule für Musik Karlsruhe. Seit 2011 unterrichtet er Klanginteraktion als Komposition an der Musikhochschule Trossingen. Er pflegt eine intensive Zusammenarbeit mit internationalen Ensembles. Darüber hinaus arbeitet er mit den Musikern Nuno Aroso und Francesco Dillon  zusammen und gründete mit ihnen 2010 das Trio ruído vermelho (rotes Rauschen) für Schlagzeug, Cello und Elektronik.