Musikdesigner kreieren "Titel-Sound" des renommierten ADC-Nachwuchswettbewerbs

"Titel-Hier direkt zum "Making of"-Video

Für die Studenten Felix Babarino und Leo Frick ging bereits in ihrem zweiten Semester ein Sounddesign-Traum in Erfüllung: Bei einer bedeutenden Preisverleihung die klangliche Gestaltung zu übernehmen, ist eine große und umfangreiche Aufgabe und doch die Chance, konzeptionell und gestalterisch zu glänzen.

Die begehrten Trophäen des ADC haben die Form von Nägeln, Anreiz genug, um die gesamte Musik der Show mit Sounds zu komponieren, die aus tatsächlichen Nägeln unterschiedlichster Art und Größe gewonnen wurden. Nach einem ausgiebigen Beutezug im Baumarkt waren Barbarino und Frick im Besitz ihres Materials: 60 kg Nägel vom kleinsten bis zum größten erhältlichen Modell, die nur darauf warteten, klanglich-musikalisch erforscht zu werden. Für die Aufnahmen wurde den Nägeln das Äußerste abverlangt: Sie wurden in Holz gehämmert, zersägt, mit einem Geigenbogen oder Plektrum angespielt, auf den Boden geworfen, geschüttelt, als Glockenspiel benutzt, auf ein Becken gelegt – die Liste der Möglichkeiten, auch handelsübliche Nägel als Musikinstrument zu benutzen, ist lang, wenn man seiner Kreativität freien Lauf lässt. Das war auch die Leitidee der Komponisten: „Wir wollten etwas erschaffen, worauf wir auch selbst Lust hatten, das ausgefallen, innovativ und einfach unser Ding ist“, erklärt Leo Frick den Ansatz des Sounddesigns.

Fünf Kompositionen sind aus dem unter vollem körperlichen Einsatz aufgenommenen Soundmaterial entstanden, die in der Veranstaltung als Eröffnungsmusik, Fanfare und zur Übergabe der Awards eingesetzt wurden. Hier sei die große Herausforderung gewesen, den verschiedenen Awards, die als Bronze, Silber und Gold-Nägel vergeben werden, jeweils einen eigenen Sound zu verleihen, der sich entsprechend noch steigert in Intensität, Brillanz und Einprägsamkeit.

Ein weiterer Teil des Konzepts war die musikalische Umsetzung des Namens der Veranstalter, die Buchstaben A, D und C können ebenso als Musiknoten verstanden werden. Bei der Reflexion über diese Tonfolge haben die Studenten vielfältige Variationen erstellt, die als „DNA des ADC“ und klangliche Übersetzung des Namens in der gesamten Soundkulisse der Veranstaltung leitmotivisch wiederzufinden waren. Als finales Highlight wurde ein „Making-of Video“ gezeigt, das die Entstehung der Nagel-Sounds dokumentiert und Einblick in die Arbeit der Musikdesigner bietet.

Zwei Monate Arbeit haben Felix Barbarino und Leo Frick in die Ausarbeitung der Sounds investiert – betreut wurden sie vom Studiengangsleiter Prof. Florian Käppler, seinerseits langjähriges Mitglied der ADC-Jury im Bereich Kommunikation im Raum. Unterstützung erhielten sie auch durch Texte aus der Feder Dustin Stupps, Student der Kommunikation & Medien an der FH Düsseldorf, der Profi-Sprecher Johannes Steck erklärte sich bereit, die Performance der Texte für den Opener zu übernehmen, gemastert hat der Musikdesign-Dozent Jürgen Swoboda. Ein Projekt, das weit über den studentischen Rahmen hinausgeht und erste spannende Einblicke in die Berufsperspektiven für Musikdesign-Absolventen bietet. Nicht zuletzt war die Einladung, selbst an der Awards Show teilzunehmen, eine großartige Chance für die Studenten, um Kontakte zu knüpfen und das Netzwerk zu pflegen. Im nächsten Jahr planen die beiden wieder vor Ort zu sein – dann aber in den Reihen der Nominierten, da das Soundprojekt selbst in den Wettbewerb eingereicht werden soll.

Dieses studentische Projekt spiegelt die Ausrichtung des Studiengangs Musikdesign wider, der 2010 von der Staatlichen Hochschule für Musik Trossingen in Kooperation mit der Hochschule Furtwangen University ins Leben gerufen wurde. In acht Semestern erlernen die Studierenden interdisziplinäre Kenntnisse und Kompetenzen in den Spannungsfeldern von Kunst und Wirtschaft, Musik und Medien, Kreation und Technologie, Wissenschaft und Praxis. Durch die Kombination von fundierten theoretischen Kenntnis stetig ändernden Herausforderungen des Musik- und Medienmarktes. Der Bewerbungsschluss ist jährlich der 15. April, das Studium startet jeweils zum Wintersemester. Originelle, kreative und künstlerisch begabte Köpfe sind gesucht.