"Qualitätspakt Lehre" fördert Medienkompetenz: 1,2 Mio Euro für Trossinger Hochschule

Mit dem einzigen bewilligten Einzelantrag einer Musik- oder Kunsthochschule im Südwesten setzt die Hochschule die bereits seit 2012 mit 600.000 Euro geförderte erfolgreiche Aufbauphase fort. „Digitale Medien können künstlerische Vielfalt eröffnen“, betont Prof. Elisabeth Gutjahr, Rektorin der Trossinger Musikhochschule. „Neue Dimensionen erschließen auch neue kreative Freiräume. Hier gilt es, künstlerisch und wissenschaftlich Wirkung zu entfalten und einer multimedialen Beliebigkeit vorzubeugen“. Gutjahr fordert die Entwicklung relevanter Formate für die digitalisierte Gesellschaft – eine der großen Aufgaben des neuen Trossinger Landeszentrums MUSIK–DESIGN–PERFORMANCE und seiner internationalen Kooperationspartnern.

Schon jetzt zeigen zahlreiche erfolgreich abgeschlossene Projekte des Studiengangs Musikdesign die Vielfalt der Möglichkeiten: Beiträge zur Hannah Höch-Retrospektive in der Kunsthalle Mannheim oder zur Sonderausstellung „I Got Rhythm. Kunst und Jazz seit 1920“ des Kunstmuseums Stuttgart, aber auch zahlreiche interaktive Projekte u.a. für das Otto-Dix-Haus oder die Medienstationen des neu konzipierten Deutschen Harmonikamuseums. Beispielhaft hat das Projekt „Seidenstraße XXI“, gefördert von der Baden-Württemberg Stiftung im Rahmen des Programms „Baden-Württemberg-STIPENDIUM für Studierende – BWS plus“, verdeutlicht, wie die Studienbereiche Alte Musik, Weltmusik und Musikdesign bereits jene interdisziplinäre Offenheit leben, die auch die jüngst öffentlich gemachte Kunstkonzeption des Landes thematisiert. „Kunst und Kultur haben die Chance, mittels Digitalisierung neue Türen in der Kulturvermittlung aufzustoßen und damit auch eine neue Erreichbarkeit für kulturelle Diskurse herzustellen“, hatte MWK-Staatssekretärin Petra Olschowski kürzlich in Stuttgart bei der Vorstellung der Kunstkonzeption erklärt. Die drei Säulen des vom „Qualitätspakt Lehre“ mit insgesamt 1,8 Mio. Euro geförderten Trossinger Modells, nämlich künstlerische Medienkompetenz, pädagogische Medienkompetenz und Medienkompetenz für Kommunikation und Networking, bilden Voraussetzungen für eine neue Signifikanz von Kunst und Kultur. 

„Hochschule muss für die Zukunft befähigen. Dafür trägt sie gesellschaftliche Verantwortung und eine ruhmreichen Musiktradition als kulturelles Erbe im Gepäck“, sagt Prof. Elisabeth Gutjahr. „Die Veränderung unser Hör- und Wahrnehmungsgewohnheiten bildet eine der größten Herausforderung dabei: Die Gesellschaft ist zunehmend medial unterwegs – immer schneller, überall und gleichzeitig.“ 

Das Bund-Länder-Programm „Qualitätspakt Lehre“
Mit dem Bund-Länder-Programm für bessere Studienbedingungen und mehr Qualität in der Lehre (Qualitätspakt Lehre) werden Hochschulen aus ganz Deutschland dabei unterstützt, die Betreuung der Studierenden und die Qualität der Lehre zu verbessern. Zwischen 2011 und 2020 stellt der Bund rund zwei Milliarden Euro für diese Aufgabe zur Verfügung.
In der ersten Förderphase bis 2016 werden 186 Hochschulen aus allen 16 Ländern gefördert. Darunter sind 78 Universitäten, 78 Fachhochschulen und 30 Kunst- und Musikhochschulen.
Für die zweite Förderphase bis Ende 2020 wurden die Fortsetzungsanträge von 156 Hochschulen ausgewählt: 71 Universitäten, 61 Fachhochschulen sowie 24 Kunst- und Musikhochschulen können ihre erfolgreichen Konzepte weiterentwickeln und auf weitere Bereiche ihrer Hochschule ausdehnen. 

 

(17. Oktober 2016)