Süddeutsche Orgelakademie vom 21. bis zum 25. Mai 2012

Eine der wichtigsten Quellen im Umgang mit der Alten Musik sind die Möglichkeiten, die historische Instrumente den Musizierenden bieten. Im Bereich der Barockorgel ist der oberschwäbische Kulturraum eine fast einzigartige Landschaft mit zahlreichen Orgeln von Weltrang wie die Instrumente in Weingarten, Weissenau, Ochsenhausen, Rot a.d. Rot oder im benachbarten Ottobeuren.

1991 gründete Prof. Stefan Johannes Bleicher, der heute an der MSH Trossingen lehrt, die Süddeutsche Orgelakademie an den großen Denkmalorgeln in Oberschwaben um einem breiten Fachpublikum von Lehrenden und Lernenden den Zugang zu diesen denkmalgeschützten Orgeln zu ermöglichen und gleichzeitig ein Forum für künstlerische und wissenschaftliche Weiterbildung zu schaffen. In diesem Jahr hat er nun diese international beachtete Studienwoche in das Lehrangebot der Musikhochschule Trossingen eingebracht.

Seit 1991 waren zahlreiche große Persönlichkeiten der historischen Orgelszene als Künstler und Dozenten zu Gast, darunter Harald Vogel, Michael Radulescu, Lorenzo Ghielmi, Robert Hill und Ewald Kooiman.

In diesem Jahr konnte Prof. Stefan J. Bleicher als Referenten gewinnen: Mario Hospach-Martini, Prof. Marieke Spaans und Prof. Lorenzo Ghielmi.

Die Cembalistin Prof. Marieke Spaans stellt französische Cembalomusik des Barock und Johann Sebastian Bach vor. Prof. Marieke Spaans (Amsterdam, *1972) ist als Cembalistin auf vielen europäischen Podien bekannt. Kennzeichnend für ihr Spiel ist es, maximalen musikalischen Ausdruck und Dialog in der Musik mit gründlichen Kenntnissen der "Praxis der Alten Musik” zu vereinen. Sie studierte Cembalo bei Gustav Leonhardt am 'Sweelinck Conservatorium' in Amsterdam, wo sie 1997 ihr Solisten- und Dozentendiplom erhielt; sie nahm an Meisterkursen bei Jos van Immerseel, Luigi Tagliavini, Michael Radulescu und Lars-Ulrik Mortensen teil. Ausserdem studierte sie Orgel und Kirchenmusik bei Pieter van Dijk, Hans van Nieuwkoop und Wolfgang Zerer. 

Mario Hospach-Martini greift in seinem Kurs das Thema Pachelbel und Bach auf. Hospach-Martini, Jahrgang 1971, studierte zunächst am Mozarteum in Salzburg das Fach "Historische Aufführungspraxis" bei Nikolaus Harnoncourt. Seine wichtigsten musikalischen Einflüsse als Organist erhielt er bei Prof. Stefan Johannes Bleicher, Prof. Michael Kapsner und Prof. Dr. Robert Hill. Bei Prof. Michael Kapsner studierte er in den Jahren 1993 bis 2000 an der Musikhochschule in Trossingen, wo er sein Aufbaustudium im Fach Orgel nach vorangegangenem Grundstudium mit Auszeichnung absolvierte. Danach vertiefte Mario Hospach-Martini seine Studien in historischer Aufführungspraxis bei Prof. Dr. Robert Hill an der Musikhochschule in Freiburg.

Die italienische Orgelmusik des Barock und Bach stehen im Mittelpunkt des Kurses von Prof. Lorenzo Ghielmi (Mailand, * 1951). Er studierte Orgel-, Cembalo- und Piano-Spiel und vollendete seine Studien an der Schola Cantorum Basiliensis in Basel bei Jean-Claude Zehnder. Gerade als Student bei Luigi Ferdinando Tagliavini widmete er sich der italienischen Orgelmusik. Ghielmi doziert an der Accademia Internazionale della Musica in Mailand, am Leopold-Mozart-Zentrum in Augsburg und seit 2006 an der Schola Cantorum Basiliensis. Er beschäftigt sich sowohl als Wissenschaftler, als auch als Organist, Cembalist, Fortepianist und Dirigent seit vielen Jahren mit der Musik der Renaissance und des Barock und verfasste zahlreiche Studien über die Orgelkunst des 16. und 17. Jahrhunderts, sowie über die Interpretation der Werke Johann Sebastian Bachs.

Neben dem großen Einfluss, den die Musik und der Instrumentenbau aus Italien auf Süddeutschland hatten, war es vor allem das Nachbarland Frankreich, das eine wichtige Rolle für die Orgelkultur bei uns spielte. Deshalb wird Prof. Stefan Johannes Bleicher die französischen Barockmeister und deren Beziehung zum Werk von J.S. Bach erläutern, da ja auch der große Thomaskantor wichtige Impulse aus der französischen Musiktradition empfangen hat.

Neben den Interpretationskursen der vier Dozierenden wird es Workshops zur Verzierungs – und Registrierkunst geben, sowie vier Dozentenkonzerte in der ehemaligen Abteikirche sowie dem Refektorium des Klosters Weissenau.

Zeitplan:

21. Mai: Beginn 10.00 Uhr Klosterkirche Weingarten
Kurstag mit Prof. Bleicher in Weingarten
20.00 Uhr: Konzert mit Mario Hospach-Martini in der Klosterkirche Weissenau

22. Mai: Kurstag mit Mario Hospach-Martini in der Klosterkirche Weissenau
20.00 Uhr Konzert mit Prof. Marieke Spaans im Refektorium Weissenau

23. Mai: Kurstag Prof. M. Spaans im Refektorium des Klosters Weissenau
20.00 Uhr Konzert mit Prof. Stefan J. Bleicher in der Klosterkirche Weissenau

24. Mai: Kurstag mit Prof. Lorenzo Ghielmi in der Klosterkirche Weissenau
20.00 Uhr Konzert mit Prof. Lorenzo Ghielmi in der Klosterkirche Weissenau

25. Mai: Kurstag mit Prof. Lorenzo Ghielmi in der Klosterkirche Weissenau
13.00-18.00 Uhr Exkursion

Kosten:

Für Kursteilnehmer, die nicht Angehörige der MHS Trossingen sind, wird eine Kursgebühr von 120 Euro erhoben. Der Eintritt zu den Konzerten ist frei.

Bankverbindung:
Konto 917 887, Kreissparkasse Trossingen (BLZ 643 500 70)
Verwendungszweck: „Meisterkurse Süddeutsche Orgelakademie"
International: IBAN-Nr. DE 46-6435-0070-0000-9178-87
BIC: SOLA DE S1 TUT

Die Übernachtung kostet 25 Euro pro Person im DZ und kann mit der Anmeldung gebucht werden.

Anmeldung:

veranstaltungen[at]mh-trossingen.de

Anmeldeschluss ist Montag, 14. Mai 2012.

Flyer Orgelakademie 2012

MHS Trossingen
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