Musik des Mittelalters und der Renaissance

Als erste und bislang einzige Musikhochschule in Deutschland bietet die Staatliche Hochschule für Musik Trossingen an ihrem Institut für Alte Musik seit 2006 einen Masterstudiengang für Musik des Mittelalters und der Renaissance an. Unter der künstlerischen Leitung von Prof. Kees Boeke können Studierende sich in Theorie und Praxis der Musik vor 1550 spezialisieren. Besonderes Gewicht liegt auf der Umsetzung theoretischen Wissens in spielbare Musik, einstudiert und im Konzert präsentiert aus Originalquellen. Wichtige Werkzeuge bei der Aufbereitung dieser historischen Quellen für die praktische Ausführung im Konzert sind der kritische Vergleich aller verfügbaren Quellen, Kriterien für Textunterlegung und „musica ficta“.

Pro Semester stehen vier verschiedene Themen wie Manuskripte, Komponisten, Genres, bestimmte Zeiträume, Quellen oder Einzelwerke im Brennpunkt. In regelmäßigen, viertägigen Blockveranstaltungen wird jedes dieser Themen beleuchtet mit dem Ziel, eine vertiefte Einsicht zu speziellen Fragen zu gewinnen unter Berücksichtigung aller Aspekte des Repertoires. Darüber hinaus bietet der Studiengang Unterricht in gregorianischem Choral, „cantus super librum“, Komposition und historischer Satzlehre, Notation, Musikwissenschaft, auch Kurse für Altitalienisch, Altfranzösisch, Kunst- und Kulturgeschichte sowie einen detaillierten musikwissenschaftlichen Überblick über formale und stilistische Entwicklungen vom 12. bis zum 16. Jahrhundert. Unterricht in jeglicher instrumentalen und vokalen Disziplin jener Epoche wird ebenso angeboten wie umfassendes Ensemblespiel.

Unsere Philosophie besteht darin, ein vielgesichtiges Studienprogramm zu kreieren, das die Studierenden mit allen Fragestellungen vertraut macht, die mit der Entschlüsselung des unglaublich reichen Erbes der ersten vier Jahrhunderte westlicher Musik verbunden sind. Unsere Studierenden erhalten das nötige Handwerkszeug, um diese bislang zumeist unentdeckten Schätze erfolgreich zu erschließen.

Dozenten:

Prof. Kees Boeke
Claudia Caffagni (Notationskunde)
Prof. Dr. Nicole Schwindt (Musikwissenschaft)
Prof. Dr. Pierre Funck  (Theorie)
Dr. Bernhard Hangartner (Gregorianik)
Alan Howlett (Kunst- und Kulturgeschichte)
Philipp Zimmermann (Romanistik - Alte Sprachen und Kulturgeschichte) u.a.

Siehe auch:

Trossinger Symposien zur Renaissancemusikforschung

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