
23./24. Januar: Europäischer Kongress zu "Historisch informierter Aufführungspraxis"
Hochkarätig besetzte Diskussionsforen, zukunftsweisende Vorträge und Begegnungen von Hochschulvertretern aus über 20 Staaten
Mit „Historisch informierter Aufführungspraxis“, kurz HIP, bricht das Institut für Alte Musik der Staatlichen Hochschule für Musik auf ins 21. Jahrhundert – und wird dies nicht allein tun. Ganz im Sinne des internationalen Zusammenspiels im Bologna-Prozess initiierte die Trossinger Hochschule gemeinsam mit der AEC (Assocation Européenne des Conservatoires, Académies de Musique et Musikhochschulen) die Gründung einer internationalen „Early Music Platform“ (EMP), die den regelmäßigen personellen und gedanklichen Austausch zwischen den Ausbildungsinstitutionen beleben soll, übergreifende Kooperationsprojekte und gemeinsame Standards in der Ausbildung anregen soll.
Am 23. und 24. Januar 2009 ist das Trossinger Institut für Alte Musik Gastgeber der Auftaktveranstaltung für die geplante Plattform. Der Kongress mit dem Titel „HIP today“ soll künftig in ein- bis zweijährigem Turnus an verschiedenen europäischen Hochschulen stattfinden und richtet sich an Lehrende und Wissenschaftler europäischer Ausbildungsinstitute im Bereich „Alte Musik“. Etwa 100 namhafte Wissenschaftler und Künstler sowie Pädagogen und Entscheidungsträger aus Hochschulen von 20 Staaten werden teilnehmen und dabei provokante Thesen nicht ausklammern: „The End of Early Music“ überschrieb der renommierte Musiker und Musikwissenschaftler Bruce Haynes sein 2007 erschienenes Buch, nicht ohne einen Weg für die historische Aufführungspraxis ins 21. Jahrhundert zu weisen. Er wird als Referent den ersten Kongresstag gemeinsam mit Barthold Kuijken und Claire Chevallier eröffnen. Ein prominent besetztes Panel mit Jesper Christensen, Jaap ter Linden, Anton Steck und Masaaki Suzuki, moderiert von Regula Rapp, setzt inhaltliche Impulse. So wird zwar eine „Historisch informierte Praxis“ auf den Konzertpodien mehr und mehr zum Standard, doch geschieht dies nicht immer auf eine durchdachte Art und Weise, sodass klarer Handlungsbedarf besteht, „Historisch informierte Praxis“ zu definieren und jene Personen zu vernetzen, die diese lehren.
Der zweite Tag bietet Raum für verschiedene Aspekte der „Alte Musik“-Ausbildung. Kooperationen werden anhand konkreter Beispiele wie dem „Joint Nordic Master“ oder dem von der Trossinger Hochschule initiierten internationalen Master-Studiengang „OrganExpert“ vorgestellt. Eine Bestandsaufnahme der aktuellen Ausbildungssituation mit Blick in die Zukunft gehört ebenso zum Tagungsprogramm wie die Auseinandersetzung mit dem Bereich Forschung und Wissenschaft in der „Alten Musik“. Künstlerische Impulse erhält der Kongress durch zahlreiche kurze Konzerte und das abschließende Konzert des Barockorchesters Trossingen im historischen Franziskaner Konzerthaus Villingen, vor allem jedoch durch einen großen internationalen Kammermusik-Wettbewerb für Triobesetzungen, der dem Kongress vorausgeht.
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