ERASMUS Charta für die Hochschulbildung 2014-2021 ECHE

ERASMUS Charta für Hochschulbildung (ECHE)

Erasmus Erklärung zur Hochschulpolitik (EPS)
(Allgemeine Strategie)

I. Beschreibung der internationalen (EU und Nicht-EU) Strategie der Einrichtung:

Die Staatliche Hochschule für Musik Trossingen ist durch ihr besonderes Fächerspektrum eine universitäre Bildungsstätte für Künstler und Lehrende der Musik und bietet Studiengänge im ersten, zweiten und dritten Studienzyklus einschließlich der Promotion.

Die Internationalisierung ist integraler Bestandteil der Hochschulagenda und wird durch die Hochschulleitung explizit gewünscht und gefördert. In Bezug auf die Herkunft der Hochschulangehörigen ist die Internationalität der Studierenden und Lehrenden hervorzuheben mit einem Anteil von ca. 45% Ausländern aus rund 40 Nationen, davon 50% europäisch und 50% außereuropäisch (Amerika, Asien).

Ziel der Internationalisierungsstrategie ist es folglich, diese bereits bestehende internationale Identität zu strukturieren, kanalisieren und zu tragfähigen Netzwerken auszubauen. In Bezug auf die Struktur der Studierenden sollen besonders europäische Beziehungen und Mobilitäten gepflegt werden durch die ERASMUS-Programme.

A) Auswahl der Partner

Bei der Partnerauswahl wird besonderer Wert auf Qualität und Niveau der künstlerischen, wissenschaftlichen und pädagogischen Ausbildung gelegt. Als Kriterien dafür können gelten:

  • auf europäischer Ebene: Besitz der ECHE-Charta
  • Mitgliedschaft im AEC (Europäischer Verband der Musikhochschulen)
  • Beachtung des Code of good Pratice des AEC
  • im Vorfeld von Studierendenmobilitäten durch Aufnahmen, geprüft durch Fachprofessoren
  • Gegenseitigkeit von Lehren und Lernen

B) Geographische Gebiete

  1. ERASMUS: gesamter europäischer Raum: Austausche in allen Sparten des Austauschprogramms: Studierende, Lehrende und Personal. Besonders hohe Zahl an Dozentenaustauschen, teilweise über Jahre etablierte enge Kontakte von Dozenten, die zu gemeinsamen Projekten führen
  2. USA (Kalifornien und Oregon): Studierendenaustausche, gegenseitige Besuche von Lehrenden und Koordinatoren zu Meisterkursen und Beratungsgesprächen
  3. China (Universität Nanchang und Universität Shanghai): Zusammenarbeit der Hochschulen in den Bereichen der Alten Musik und der Neuen Musik/Musikdesign: gemeinsame Durchführung von Projekten, Veranstaltungen mit Studierenden in Deutschland und China, Besuche unter den Lehrenden; der Austausch soll künftig intensiviert werden durch Austausche zu Studiensemestern.

C) Ziele und Zielgruppen der Mobilitätsaktivitäten

Studierende:

Der Berufsalltag der Künstler verlangt ein hohes Maß an Mobilität, der konzertierende Musiker reist von Bühne zu Bühne, ob als Solist, Kammermusiker, im Orchester, Chor oder Opernensemble. Auch Musiklehrer agieren zunehmend in verschiedenen Kontexten, musikalische Bildungsangebote finden verstärkt übergreifend im öffentlichen Raum oder an besonderen Orten statt. Musik in unterschiedlichen Räumen und Situationen entsprechend darzubieten gehört zu den Grundkompetenzen des Berufsmusikers.

Die Förderung der Mobilität der Studierenden bedeutet daher ein wichtiges und ernst genommenes Anliegen der Hochschule. Mobilität im umfassenden Sinn meint die Handlungskompetenz für verschiedene Bühnen, Kontexte, gesellschaftliche Situationen, was auch das Instrumentarium und die Klangwirklichkeit betrifft. Des Weiteren verlangt internationale Mobilität Fremdsprachenkenntnisse und die Fähigkeit, sich in fremder Umgebung schnell zurechtzufinden. Gerade für Kunst- und Musikstudierende erscheinen daher neue Erfahrungen außerhalb der Heimathochschule und im Ausland als essentiell.

Auf drei Ebenen bietet die Hochschule explizit Mobilitätsangebote:

  • Im Raum der EUREGIO Bodensee finden regelmäßig Konzertveranstaltungen und Kooperationen mit verschiedenen Institutionen im Bereich der musikalischen Bildung statt, die integraler Bestandteil des Curriculums sind.
  • Überregional und international bieten zahlreiche Projekte wichtige Konzert- und Praxiserfahrungen
  • Auslandssemester mit verschiedenen Programmen: Studienaufenthalte und Praktika. Die Austausche erfolgen auf Gegenseitigkeit auf Grundlage der Bologna Verträge. Alle Bachelor- und Masterstudiengänge sind modularisiert und akkreditiert, ECTS wird generell angewandt, die an den Partnerhochschulen bzw. im Ausland erbrachten Leistungen werden gegenseitig anerkannt. Entsprechend werden die Incomings gefördert und in der Integration unterstützt in fachlicher, sprachlicher und persönlicher Hinsicht.

Personal:

Die Mobilität des Personals bildet eine wichtige Grundlage der internationalen Vernetzung unserer Hochschule. Hierbei werden die durch die internationale Herkunft des Personals sowie die internationale Tätigkeit als konzertierende Künstler und die daraus resultierenden Kontakte ausgeschöpft zur

  • Weitergabe und Austausch von künstlerischen Erfahrungen und Forschungsergebnissen und Nutzbarmachung der Ergebnisse für die Lehre
  • Initiierung von internationalen Projekten von Ensembles, Orchestern oder Chören
  • Persönlichen Fortbildung des Personals
  • Wegbereitung für Studierendenaustausche

Die Möglichkeit, Unternehmenspersonal einzuladen, wird genutzt.

II. Strategie der Einrichtung für die Organisation und Durchführung

von internationalen (EU und nicht-EU) Kooperationsprojekten in der Lehre und Ausbildung mit Bezug auf Projekte, die durch das Programm durchgeführt werden.

Nutzung der bereits bestehenden Internationalität zum Auf- und Ausbau internationaler Netzwerke und der Durchführung internationaler Projekte: Ziel ist die Realisierung vieler kleinerer Projekte, so dass möglichst alle Bereiche mit einbezogen werden und partizipieren können.

"Projekte" in diesem Kontext kann bedeuten:

In künstlerischem Sinne:

  • Künstlerische Erarbeitung von musikalischen Werken mit öffentlichen Aufführungen in den jeweiligen Teilnehmerländern.
  • Angebot von Meisterkursen an Partnerhochschulen in dem singuläres Fachwissen vermittelt wird
  • Kooperation und Austausch von Fachwissen durch die Organisation von Fachtagungen (Tagung der AEC-Plattform Alte Musik, Internationale Rhythmikkongresse)
  • Durchführung künstlerischer Entwicklungsvorhaben (Forschung)

In politischem Sinne durch Übernahme internationaler Verantwortung und Gremienarbeit:

  • Engagement in der Organisation der internationalen Arbeit durch die Zusammenarbeit mit den nationalen IOs der Kunst-und Musikhochschulen
  • aktive Mitgliedschaft im Europäischen Verband der Musikhochschulen (AEC) auf Ebene des Rektorats und des IOs zum Aufbau und zur Pflege von Kontakten
  • Gründung und Koordination der AEC-Plattform Alte Musik
  • Aktive Mitgliedschaft in der Internationalen Bodenseeuniversität (Zusammenschluss von Universitäten und Hochschulen in den Bodenseeanrainerstaaten zur Nutzung von Synergieeffekten durch Zusammenarbeit u.a. in der Betreuung von Gaststudierenden und Sprachschulung)
  • Mitarbeit in Gremien zur Akquise von Mitteln zur Finanzierung von Internationalen Projekten und Studierendenaustauschen.
  • Bereitstellung von Personal für Prüfungen an ausländischen Hochschulen und zur Akkreditierung

Bereits erfolgreich durchgeführte internationale Doppelstudien, die zu Doppelabschlüssen führten, sollen weiterentwickelt und wieder aufgenommen werden.

III. Die erwarteten Auswirkungen auf die Modernisierung der Einrichtung bezüglich der politischen Ziele (für jede der fünf Prioritäten der Modernisierungsagenda ):

1. Die Hochschule engagiert sich in der Bildung und Förderung des künstlerischen Nachwuchses und der Studierfähigkeit.

Dafür wurden bereits verschiedene Maßnahmen getroffen, die in der Zukunft noch ausgebaut und verstärk werden sollen:

  • Engagement in der Propädeutik: Entwicklung von Fördermaßnahmen für die kindliche Frühförderung und die Durchführung in der Praxis, Einrichtung einer Musikakademie als hochschuleigene gGmbH, Angebot von Vorbereitungskursen, Jugendklassen und Schnuppertagen- und Unterricht
  • Finanzielle Förderangebote für begabte Jugendliche
  • Begabtenprüfung für Bewerber ohne Hochschulzugangsberechtigung

2. Die Hochschule bemüht sich um Verbesserung der Qualität und Relevanz der Hochschulbildung durch ständige Beobachtung des Arbeitsmarktes. Die Studiengänge werden laufend den aktuellen Bedürfnisse angepasst und aktualisiert, um die Berufsfähigkeit der Absolventen zu verbessern. Junge Absolventen werden bei der Entwicklung künstlerischer Entwicklungsvorhaben fachlich und finanziell unterstützt. Beispiele:

  • Neue fachübergreifende Studienfächer Beruf und Karriere und überfachlicher Professionalisierung
  • Finanzielle Förderung von Doktoranden
  • Einrichtung wissenschaftlicher Studiengänge mit Promotionsrecht
  • Förderung von Musikvermittlung anhand von eigenständiger Projektarbeit und Berufspraktika als Pflichtmodule

3. Mobilität und grenzübergreifende Zusammenarbeit: Internationalität ist für die Hochschule eine Selbstverständlichkeit, die täglich gelebt und ständig weiterentwickelt und verbessert wird:

  • Abbau von Barrieren durch Anerkennung von im Ausland erbrachten Leistung und Abschlüssen
  • Einführung des 4. Bachelorjahres, um Freiraum zu schaffen u.a. zur Steigerung der Lernmobilität
  • Anerkennung der internationalen Leitsätze der Mobilität
  • als Gastgeber für internationale Begegnungen und Organisator internationaler Projekte
  • Förderung der Mobilität durch Vergabe von Stipendien

Das Ziel von 20% der Absolventen mit Auslandserfahrungen wird insofern bereits heute um das mehrfache überschritten, als dass über 40% der Studierenden internationale Staatsangehörige sind und nahezu alle Studierenden in internationale Projekte eingebunden sind.

4. Die Hochschule bemüht sich um enge Verzahnung von Lehre und Praxis durch Verknüpfung von Hochschulbildung, Forschung, Wirtschaft und regionaler Entwicklung

  • wichtiger regionaler Veranstalter und Partner kultureller Angebote
  • Kooperationen mit professionellen Orchestern, Dirigenten, Opern, Theater, Chören und internationalen Festivals
  • Fortbildung für im Beruf stehende Musiker

5. Die Hochschule bemüht sich um die ständige Verbessung in der Steuerung und Finanzierung von Projekten, Flexibilität in der Führung und Ermutigung zu Eigeninitiativen, Anerkennung von Leistung und Beachtung der Chancengleichheit. Sie wahrt die Autonomie über die strategische Richtung durch Akquise von Drittmitte, setzt Anreize zu Leistung durch Wettbewerbe und Gewinnung renommierter Künstler als Lehrer