Profil Lehrbefähigung

Das Bachelorstudium mit Profil Lehrbefähigung vereint die Entwicklung individueller künstlerischer Potenziale mit dem Erwerb von vielfältigen Vermittlungskompetenzen, die ein breites Spektrum an Berufsmöglichkeiten eröffnen.

Da jeder Student und jede Studentin andere Grundlagen und Interessen im Bereich Musik und Bewegung mitbringt und entwickelt, ist die Ausbildung stark individualisiert. Alle wesentlichen Aspekte der Didaktik und Methodik des Unterrichtens sowohl für den Unterricht mit Kindern als auch für den Unterricht mit Erwachsenen werden in kleinen Seminargruppen besprochen.

In der Didaktik-Methodik des Erwachsenenunterrichts wird ein ebenso umfangreicher Themenkatalog mit Fragen zur Wahrnehmungspsychologie, zur Gruppendynamik, zu Kommunikationstheorien, Kreativität, Motivation und Rhythmustheorien behandelt. Die große schriftliche Bachelorarbeit am Ende des Studiums steht nicht selten mit einem dieser bearbeiteten Themen in Verbindung.

Begleitend zur Fachdidaktik durchlaufen alle Studierende mit Hauptfach Musik und Bewegung eine individuell betreute und intensive Phase der Lehrpraxis.

Jeweils eine Kindergruppe und eine Erwachsenengruppe werden über ca. ein halbes Jahr selbständig angeleitet. Nach der Vereinbarung eines übergeordneten Themas für die Stundenreihe geht es in die Detailplanung. Dazu ist regelmäßig ein selbstständig entworfenes Stundenkonzept vorzulegen, welches ausführlich mit dem Fachlehrer oder der Fachlehrerin besprochen, bearbeitet und hinterher reflketiert wird. Studierende lernen so, die Verantwortung für eine Gruppe über längere Zeit zu übernehmen, Themen zu entwickeln und thematische Bögen in Inhalt und  Zielsetzung zu spannen.

Die Analyse der im Unterricht verwendeten Musikbeispielen, der vorbildliche und motivierende eigene Umgang mit Musik und  Bewegung, das Entwickeln von für die Zielgruppe geeigneten Bewegungsübungen und -ideen, das Umwandeln selbst erfahrener Aufgaben in Musik und Bewegung auf das jeweilige Thema und nicht zuletzt das Erlernen einer optimalen „Unterrichtssprache“ sind in dieser Phase die wichtigsten Leistungen und Lernerfahrungen, die den Weg  für eine lustvolle und erfolgreiche Unterrichtstätigkeit ebnen.

Beispiele aus Themen der Didaktik/Methodik für Kinder:

Zunächst werden Fragen zur motorischen und geistigen Entwicklung des Kindes gestellt und beantwortet. Die Bearbeitung der an der Musikhochschule Trossingen entwickelten  „Themenmosaike“ mit den drei Themenbereichen Musik-, Bewegungs- und Sozialpädagogik bestimmt den weiteren Lehrstoff.  Jedes Themenmosaik hat Eckpunkte die genau erörtert werden, z.B.:
Welches Ziel verfolgen wir in der ersten Heranführung der Kinder an das Phänomen Musik? Welche ästhetische Auffassung liegt diesem Bestreben zu Grunde? Wie nehmen Kinder Musik wahr?  Wie und was hören sie?  Wie setzt man elementares Instrumentarium im Unterricht mit Kindern ein? 

Oder Beispiele aus dem Themenmosaik der Bewegungspädagogik:
Welche Bedeutung hat die Bewegung für das Kind? Wie gehen wir mit dem starken Bewegungsbedürfnissen der Kinder auf musikalische Weise um?  Welche Methoden wenden wir bei der Vermittlung musikalischer Bewegung an?

Weitere Fragen ergeben sich aus der sozialpädagogischen Perspektive:
Wie lernen die Kinder sich konstruktiv in der Gruppe zu verhalten?  
Wie fördern wir ihre Individualität?