Prof. Ludger Brümmer

Die Professur für digitale Medien bildet Kompetenzen im kompositorischen Umgang mit Musik und medialen Synthese- oder auch Ausdruckmittel. Dies schließt die Verwendung des Computers für algorithmische Komposition, aber auch die Verwendung von Raumklang oder Video mit ein. Dabei lässt sich das Komponieren visueller Ausdrucksmöglichkeiten sehr stark mit dem Komponieren klanglicher bzw. musikalischer Strukturen vergleichen – solange es sich um abstrakte Inhalte handelt.

Die Themen Raumklang und Audiovisualität sind neben der algorithmischen Komposition in der Musikproduktion omnipräsent. Hier gilt es, ein ästhetisches Bewusstsein und Gestaltungswerkzeuge für die Struktur im Klang zu schaffen, um den klangfarblichen, atmosphärischen Stereotypen insbesondere in der elektronischen Musik zu entgehen. Besonderes Augenmerk wird auf die klangliche Interaktion aber auch auf die kreative Arbeit in allen medialen Bereichen gelegt. Sei es das Instrument, Virtuelle Realität, Akustik, Künstliche Intelligenz, Interaktivität, GPS Lokatives Audio und andere Genres: Musik, Klang und Geräusch bilden vielleicht die wichtigste Ebene unserer sensitiven Wahrnehmung in der Kunst in angewandten Bereichen.

Ludger Brümmer (geb. 1958) studierte Komposition bei Nicolaus A. Huber und Dirk Reith an der Folkwang Hochschule Essen. Er komponierte Musik für das Nederlands Dans Theater, Den Haag für Choreographien von Susanne Linke und arbeitete mit dem Installationskünstler und Architekten Christian Moeller für Ausstellungen in Tokio, Lissabon und im Science Museum London. Von 1991 bis 1993 war er DAAD-Stipendiat am »Center for Computer Research in Music and Accoustics« an der Stanford Universität Kalifornien. Er arbeitete als Gastkünstler am ZKM und lehrte am Institut für Computermusik und elektronische Medien der Folkwang Hochschule Essen. Im Jahr 2000 war er als Research Fellow an der Kingston University London und im April 2002 Professor für Komposition am Sonic Art Research Centre in Belfast. Seit April 2003 leitet er das Institut für Musik und Akustik am ZKM. Mit prominenten Präsentationen in Japan, Athen, Montreal, am GRM in Paris, bei den Inventionen in Berlin der Ars Electronica in Linz aber auch in Südamerika, den USA und China setzte Brümmer als Komponist international Akzente in den Bereichen Computermusik und Video. 2009 wurde er als Mitglied der Sektion Musik in die Akademie der Künste Berlin berufen.

Ludger Brümmer wurde mit folgenden Preisen ausgezeichnet: Folkwang-Preis, WDR-Preis, Busoni-Preis, Goldene Nica und später einen zweiten Preis der Ars Electronica vom ORF, einen Preis beim Luigi Russolo-Wettbewerb, eine Ehrenvolle Nennung beim Stockholm-Award 1995, den ICMA Commission Award 1997, den Grand Prix de Bourges 1997 sowie 2001. Er gewann darüber hinaus den ersten Preis beim Rostrum der UNESCO für elektronische Musik, wurde beim Internationalen Videokunstpreis des Südwestfunks und des ZKM nominiert.

Als Juror war er mehrmals tätig beim Giga-Hertz Preis, Prix Ars Electronica, zuletzt 2017, International Computer Music Conference, im Wettbewerb des Festivals Bourges, Insonic 2015, Pinball 2015 und 2014, Destellos Wettbewerb, Preis für elektronische Musik Boston, Lissabon, ARD Hörspieltage und viele andere.

Seine künstlerischen Tätigkeitsfelder liegen vor allem im Raumklang, sowie medialer Komposition mit unterschiedlichen audiovisuellen Inhalten (3D, Video, Interaktivität, live Video).