Performance Erlkönig

Mitwirkende:

  • Instrumentalist/innen, Sänger/innen, Tänzer/innen, Schauspieler/innen
  • Andreas Hammann, Musikdesign und Komposition
  • Lukas Neckritz, Musikdesign und Visual Arts
  • Frank Martin Widmaier, Konzeption und Szenische Leitung

Kooperationspartner: 

  • Tongji University Shanghai
    Department Arts and Media und College of Design and Innovation

     

    Frank Martin Widmaier zur Konzeption der Performance „Erlkönig“ des Landeszentrums MUSIK–DESIGN–PERFORMANCE mit dem Department Arts und Media der Tongji-Universität Shanghai:

    Als Dynamik tripolarer Kräfte, die sich nach Ganzheit sehnen: so empfinde ich den „Erlkönig“ als Symbol. Es ist wie ein Drama um drei Personen, die in ein Verhältnis treten, welches sich durch Missverständnis und Wunschgedanken nicht erfüllt, sondern in eine Katastrophe führt.

    Vater und Sohn reden aneinander vorbei, jeder interpretiert die Welt anders, auch Flucht und Angst verbessern die Situation mitnichten. Der Erlkönig: ein Geist, eine Fantasie oder nur ein Albtraum?

    Am Geist scheiden sich die Geister, die verschieden sind.

    Goethes kleines Drama wird von Franz Schubert auf eine Zeitachse gesetzt. Wir spüren den Rhythmus der Katastrophe vom ersten Takt an.

    MUSIK–DESIGN–PERFORMANCE: Mein Konzept versucht, die polaren Kräfte dieses Dramas in der Sehnsucht nach Ganzheit wie ein Leitmotiv der themen des Landeszentrums künstlerisch abzubilden. Die Dramaturgie der Inhalte und Themen besteht aus Zuständen dieser metaphorischen Verhältnisse. Wir gehen einen Weg miteinander, der begleitet wird von Missverständnis, Gewalt, Isolation, Verführung und Angst. Es geht um das Leben.

    Abgebildet werden diese Themen in einer Kombination stilisierter Projektionen, die parallel mit der szenischen Idee mit Studenten des Faches Musikdesigns an der Hochschule dramaturgisch entwickelt wurden.  Die Bühnenperformance entwickelte dazu ein Ausdruckstheater, welches sich als Kreation versteht und sich in der Darstellung von Haltungen im Zwischenbereich von Choreografie, Tanz, Theater und Körperinstallation bewegt.

    Während intensiver Vorbereitungsgespräche mit den chinesischen Partnern ergab sich als Brückenschlag zwischen den Kulturen eine Schlussszene, die mit dem chinesischen Philosophen und Poeten Lao-tse die Verschiedenheit in der Einheit zusammendenkt und damit im Theater den Teufelskreis der Katastrophe geistig in Harmonie aufzuheben vermag. Einheit in Verschiedenheit.

    Zwei öffentliche Proben mit Vor- und Nachgespräch sowie eine umjubelte Premiere im experimentellen Theater der Universität bildeten den Abschluss dieses Kooperationsprojekts.

    Mitgewirkt haben die Gesangsabteilung und die Tanzabteilung mit ihrer Professorin Tina Chen.  Vor und hinter der Bühne wirkten circa 25 weitere Studentinnen und Studenten vieler Fachbereiche mit, integriert waren auch Lujun Xie als Koordinator, Fei Chen als technischer Ansprechpartner und die Dekanin DongHua des Departments Arts and Media sowie viele Dozenten und Mitarbeiter der mitwirkenden Abteilungen und der Öffentlichkeitsarbeit der Tongji Universität.

    Erlkönig Performance Tongji Universität