Digitales als Bereicherung der musikalischen Bildung verstehen

Am 26. Oktober startete erfolgreich das kooperative Studien- und Weiterbildungsmodell der Bundesakademie für musikalische Jugendbildung und der Staatlichen Hochschule für Musik Trossingen. Im berufsbildenden Lehrgang „Musik digital“ und im Masterstudiengang Extended Music Education lernen Musikschullehrkräfte und Musikpädagog*innen gemeinsam mit Studierenden der Musikhochschule den künstlerischen und pädagogischen Umgang mit digitalen Medien.

Mit 13 Lehrgangsteilnehmer*innen startete am vergangenen Montag an der Bundesakademie in Trossingen die erste Blockwoche des zweijährigen Lehrgangs „Musik digital: Praxis in Lehre und Unterricht“. An sieben einwöchigen Intensivphasen geht es in dem neuen Weiterbildungsangebot unter anderem um Audio- und Videoproduktionen, um die Einbindung von Apps und Tablets in den Musikunterricht, um die Programmierung virtueller Instrumente sowie um musikpädagogische Konzepte und Vermittlungsprojekte im Kontext digitaler Medien. Drei der Lehrgangsteilnehmer*innen sind im Masterstudiengang Extended Music Education an der Hochschule für Musik eingeschrieben. Sie erhalten im Laufe ihrer zwei Studienjahre zusätzlich instrumentalen Einzelunterricht und entwickeln in interdisziplinären Ensembleprojekten ihre künstlerische Praxis weiter. Dazu kommen wissenschaftliche, pädagogische und technische Inhalte.

Eine solche intensive Zusammenarbeit von beruflicher Weiterbildung und Hochschullehre ist im musikalischen Bereich bundesweit einmalig. Für René Schuh, Direktor der Bundesakademie, liegen die Vorteile des Modells auf der Hand: „Die Verknüpfung von berufsbegleitendem Lehrgang und Masterstudiengang gibt uns die Möglichkeit, Aus- und Weiterbildung in bester Form miteinander zu verzahnen: Teilnehmende aus der unmittelbaren beruflichen Praxis lernen, entdecken und arbeiten zusammen mit Studierenden der Hochschule. Dabei ergibt sich ganz von selbst ein intensiver Austausch zwischen Praxis, Forschung und Lehre, der sehr wertvoll für alle Seiten ist.“ Die hohe Zahl der Anmeldungen zu Lehr- und Studiengang ist für die Kooperationspartner Indiz dafür, dass man mit dem gemeinsamen Studien- und Weiterbildungsmodell inhaltlich wie strukturell auf dem richtigen Weg ist: „Die Innovationskräfte der Digitalisierung sind für die Musik und insbesondere für die Musikpädagogik nach wie vor ein faszinierendes Feld des Forschens und Entdeckens mit hoher Praxisrelevanz. Wenn die Bundesakademie und die Hochschule für Musik nun die Kräfte bündeln und die Aus- und Weiterbildung für diesen Bereich gemeinsam ausrichten, dann kann das einen Innovationsschub für die künstlerische Praxis, Forschung und Lehre insgesamt bedeuten“, ist Prof. Christian Fischer, Rektor der Staatlichen Hochschule für Musik Trossingen, überzeugt.

An der Planung wie an der Durchführung der Lehrgangsangebote sind die Professor*innen des Landeszentrums MUSIK–DESIGN–PERFORMANCE federführend beteiligt. „Das Landeszentrum versteht sich als Brückenbauer zwischen den Traditionen der künstlerischen Disziplinen und den Innovationen des digitalen Zeitalters. Uns ist es uns ein Anliegen, dass wir Digitales als Bereicherung der musikalischen Bildung verstehen und auch entsprechende Studien- und Bildungsangebote schaffen“, erklärt Prof. Sonja Schmid, Sprecherin des Landeszentrums MUSIK–DESIGN–PERFORMANCE.
Am Ende der ersten Blockwoche nehmen die 13 Lehrgangsteilnehmer*innen nicht nur jede Menge neu gewonnene Informationen mit. Sie haben auch erste Ideen für ihre Praxisprojekte entwickelt, die sie zwischen den Präsenzphasen weiterentwickeln und bereits im eigenen Unterricht vor Ort in die Tat umsetzen – damit das Digitale die musikalische Bildung bereichert.


MH Trossingen