DAS NEUE LANDESZENTRUM MUSIK–DESIGN–PERFORMANCE

Akutelle Informationen über das Landeszentrum und seine Aktivitäten: www.landeszentrum.de


Das Landeszentrum MUSIK–DESIGN–PERFORMANCE der Staatlichen Hochschule für Musik Trossingen versteht sich im Sinne eines Ateliers als Brückenbauer zwischen innovativen Ansätzen unseres digitalen Zeitalters für künstlerische Praxis, Forschung und Lehre und Traditionen künstlerischer Disziplinen. Es schafft neue Räume für den Erhalt und die Fortschreibung des musikalisch-künstlerischen Erbes, formuliert musikalische Gestaltungsansprüche, hinterfragt mediale Soundgestaltung und integriert musikalisch hochbegabten Nachwuchs in die Musikhochschule, der nicht aus der traditionellen Hochkultur kommt. Kurzum: Aus der Mitte der Hochschule heraus entwickelt sich Neues und Aufregendes.

MUSIK: Die musikalische Perspektive und Expertise – mit den ästhetischen Ansprüchen und musikalischen wie klanglichen Materialien – bilden Ausgangspunkt und Ziel.

DESIGN: Den „disegno“ (die Entwurfszeichnung auf dem Papier) bezeichnete Giorgio Vasari einst als eine Wissenschaft der Linien. Bernhard Siegert spricht von der „Praxis des Entwerfens als Kulturtechnik“. Es impliziert das „Zukunftsoffene“, das „Mögliche“, aber auch das „Improvisierte“. Der Begriff „Entwurf“ meint eine erste Skizze, aber auch den Plan, nach dem gebaut wird. Design formuliert einen oftmals kontextbezogenen Gestaltungsanspruch. Zugleich beschreibt der Designbegriff wesentliche Elemente von wissenschaftlicher Forschung (Forschungsdesign) und pädagogischen Prozessen (didaktische Designs).

PERFORMANCE: Die Performance ist der Moment der Verwirklichung, der Präsentation oder Vorstellung, aber auch der Inszenierung. Der weitgefasste Begriff weist auf die Verbindung zum traditionellen Musizieren hin, geht aber darüber hinaus bis hin zu Musikvermittlung und Lehr-Lern-Situationen. Mit Performance können daher Konzertauftritte, interaktive Installationen oder auch Projektprozesse in musikalischen Vorhaben bezeichnet werden.

Zentral für den Ateliergedanken des Landeszentrums MUSIK–DESIGN–PERFORMANCE ist das Verständnis über und die Beherrschung von (digitalen) Technologien, denn seit je her bilden Kultur und Technik eine Art Doppelhelix: technische Neuerungen treiben den Wandel in der gelebten Kultur an, auf kulturelle Anliegen wiederum wurde erfinderisch mit neuen Technologien geantwortet. Digitale Technologien verändern den täglichen Umgang mit Musik in hohem Maße und ermöglichen neue musikalische Produktions- und Rezeptionsweisen. Musik und musikbezogene Umgangsweisen erfahren durch Technologien im Sinne von Massenmedien als Kommunikationsmittel im Prozess einer zunehmenden Digitalisierung einen ästhetisch-musikalischen und gesellschaftlichen Wandel in der Wertigkeit und Wirklichkeit, der so umfassend ist, dass Medien mit darüber bestimmen was Musik ist bzw. was als Musik wahrgenommen wird. Dies vollzieht sich quantitativ durch Streaming- und Download-Zahlen sowie durch Folgen (Follow) bzw. Liken von einzelnen Angeboten oder Kanälen. Die Transformationen im Zusammenspiel von digitalen Technologien und musikalischen Praxen lassen aber nicht nur neue Formen und Formate entstehen, sondern fordern zugleich eine Neuperspektivierung traditioneller Musikpraxen. Das Landeszentrum MUSIK–DESIGN–PERFORMANCE fungiert hier als Drehscheibe, in dem in organisierter Form in verschiedenen Studiengängen, Fachgruppen, Instituten der Hochschule sowie in Kooperation mit den Partnern Fragestellungen und Praxisprobleme aus unterschiedlichen Perspektiven in innovativen Performances, Lehr-Lern-Arrangements und Forschungsansätzen bearbeitet werden.

Das Landeszentrum MUSIK–DESIGN–PERFORMANCE ist eng mit dem Studiengang  "Musikdesign" verbunden, der gemeinsam mit der Hochschule Furtwangen University (HFU) als wichtiger Partner angebotenen wird. Gestärkt wird das Gesamtkonzept aber auch durch das, aus dem Qualitätspakt der Lehre (BMBF) finanzierte Projekt "Medienkompetenz" sowie das einzigartige Ensemble der "Open Source Guitars". Getragen wird das Landeszentrum zudem von einem Netzwerk renommierter künstlerisch-medial agierender Institutionen wie dem IRCAM in Paris, dem ZKM in Karlsruhe und der Filmakademie BW in Ludwigsburg, der Universität Konstanz und der Tongii Universität Shanghai.

Überblick über Aufgabenfelder des Landeszentrums

  • Networking und (Bildungs)Angebote für Musikschulen, Musikakademien und allgemeinbildende Schulen (Sek I + II), für musikalisch Hochbegabte jenseits des traditionellen Fächerkanons
  • Studienangebote: Weiterentwicklung der Studiengänge im Fachbereich Musikdesign, der erfolgreich akkreditierten Masterstudiengänge Performance, Musikvermittlung und Komposition, der Profile in den gymnasialen Lehramtsstudiengängen sowie in den Bachelorstudiengängen Musik; Entwicklung einer eigenen Fachdidaktik Musikdesign und digitale Medien; Implementierung des Erfolgsmodells der Open Source Guitars als innovatives Studienkonzept auch für andere künstlerische Schwerpunkte und Ensembles; Einrichtung von Weiterbildungsangeboten
  • Interdisziplinäre Projekte: Akquise und Weiterentwicklung innovativer kontextbezogener Projekte in Kultur, Gesellschaft, Industrie und Medien
  • Forschung: Einrichtung und Ausstattung von Professuren in systematischer Musikwissenschaft/Musikpädagogik und Kooperation mit den Partnerinstitutionen im Qualitätszirkel
  • Qualitätsentwicklung, Connecting Dots: Das Landeszentrum bildet zusammen mit seinen hochkarätigen Partnern einen Think Tank, der (mindestens) einmal jährlich tagt.
  • Öffentlichkeitsarbeit: Distribution, Konzeption und Veranstaltung eigener Symposien mit interdisziplinären Themen aus Kunst und Wissenschaft
MH Trossingen